William (Pembroke, Earl, I.) (* 1144; † 1219), bekannt unter den Namen Guillaume le Maréchal, engl. William Marshall (Vater), war ein englischer Ritter normannischer Abstammung.

Seiner Herkunft nach war Guillaume le Maréchal Anglo-Normanne, d. h. er entstammt einer normannischen Familie, die ihren Lebensmittelpunkt in England hat. Er war der jüngste Sohn eines mittellosen Ritters. Sein Onkel war Patrick, Graf von Salisbury. Dieser Patrick von Salisbury stand in Diensten des englischen Königspaar Eleonore von Aquitanien und Heinrich II. Er war für die Sicherheit des Paares auf Reisen verantwortlich. Guillaume le Maréchal trat in die Dienste von Patrick. Auf einer Reise der Eleonore durch Aquitanien wurde ihr Geleitzug von den Truppen eines aufständischen Grafen von Lusignan angegriffen.

Patrick von Salisbury fiel im Kampf. Guillaume le Maréchal rettete die Königin und brachte sie in Sicherheit. Daraufhin erbte Guillaume den Posten seines Onkels. Er war außerdem für die militärische Ausbildung der vier Königssöhne (Heinrich, Gottfried, Richard und Johann) verantwortlich. Alle vier Königssöhne wurden von Guillaume zum Ritter geschlagen. Guillaume diente nacheinander treu und ergeben: Heinrich II., Heinrich den Jüngeren, Richard I. Löwenherz und Johann Ohneland. Für den minderjährigen Heinrich III. führte er die Regentschaft. Aufgrund seiner Treue gegenüber dem Haus Plantagenet gilt Guillaume le Maréchal als Idealbild eines Ritters.

Am Ende seines Lebens war Guillaume le Maréchal einer der reichsten Barone in England. Er war Graf von Pembroke und besaß Grundbesitz in England, Irland, Wales und Frankreich. Als Regent von England krönte er 1216 den minderjährigen Heinrich III. zum englischen König. Er stellte den König unter den Schutz des Papstes Honorius III. Er schlug einen Aufstand englischer Barone nieder und besiegte die französischen Invasoren unter Führung des Kronprinzen, späteren König Ludwig VIII. Dadurch wurde der Untergang der Plantagenets vermieden. Ein Sieg Ludwigs sollte zur Vereinigung der französischen und englischen Krone führen.

Nach dem Tode Guillaume le Maréchal führten Hubert de Burgh (bis 1232) und Peter des Roches die Regentschaft. Beide bekämpften sich gegenseitig. Zwischen 1232 bis 1234 rebellierte Richard Marshall, der jüngste Sohn Guillaumes gegen den König bzw. gegen seine Berater. Heinrich III. vertraute nach seiner Heirat kaum noch englischen Beratern. Zuerst waren die savoyardischen Onkel seiner Frau, danach seine Halbbrüder (Grafen von Lusignan) sehr einflussreich.

Quellen:
Georges Duby: Guillaume le Maréchal oder der beste aller Ritter. Frankfurt:
Suhrkamp, 1997. ISBN 3-518-39302-2