Um die normannische Geschichte verstehen zu können muss man sich erst einmal fragen, wer waren eigentlich diese Normannen und woher kamen sie?

Anfänge in Skandinavien
Die Geschichte fängt in gewisser Weise in Skandinavien an. Wir befinden uns im Jahre des Herrn 500 im heutigen Dänemark. Hier lebten um diese Zeit einige küstennahe Bauern. Diese nutzten Ihre geographische Position und Ihren technologischen Fortschritt, die weit überlegenen Wikingerschiffe, aus um einen Großteil Europas zu kolonisieren oder zu plündern. Somit wurde aus diesen Bauern nach und nach ein kriegerisches Volk, welches zwischen den Jahren 517 und 1066 Frankreich und den südlichen Teil Englands drangsalierten. Diese Krieger wurden mit der Zeit Wikinger oder auch Nordmänner genannt.

Überfall der Normandie Zum Seitenbeginn
Aus eben diesen Nordmännern entwickelten sich die Normannen. Wir befinden uns in der Normandie im Jahre 911. Ein wikingisches Heer unter dem Banner von Rollo dringt ins Seine-Tal ein und besetzt dieses. Der französische König Karl III muss die Besetzung des unteren Seine-Beckens anerkennen und gibt Rollo dieses Gebiet als Lehen. Dies geschieht durch den Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte in dem sich Rollo im Gegenzug für das Lehen und seinen Herzogtitel verpflichtete dem französischen König militärische Hilfe im allgemeinen, aber im Besonderen gegen Wikingerüberfälle, zu leisten. Zusätzlich ließen Sie sich zum Christentum bekehren. Der aus diesem Vertrag entstandene Landstrich wurde fortan Normandie genannt.

Danach begann Rollo, sein Territorium auszuweiten, bis 924 hatte er auch die untere Normandie unter seiner Kontrolle. Rollo starb im Jahre 931, sein Sohn und Nachfolger Wilhelm I, genannt Langschwert (Guillaume Longue Épée), erweiterte im Jahre 933 erneut das Gebiet der Normandie.

Die Normandie – Entwicklung der Eroberer Zum Seitenbeginn
Die angesiedelten Nordmänner im oberen Teil der Normandie übernahmen die französische Sprache und entwickelten eine abweichende Kultur zu den skandinavischen Wikingern und den franko gallischen Nachbarn. Sie adaptierten einiges an Brauchtum der Nachbarn und hielten am mitgebrachten Verhalten Ihrer Vorfahren fest. Im südlichen Teil der Normandie, welche die größten skandinavischen Siedlungen enthielt, sah die Sache etwas aus. Hier hielt man sowohl an Sprache als auch Brauchtum fest. Hieraus resultierten natürlich Spannungen und Aufstände. Rollos Nachfolger waren ständig bemüht die Normandie zusammen zu alten.

Wilhelm der Eroberer Zum Seitenbeginn
Dies alles sollte sich ändern als ein Mann "Wilhelm der Eroberer", auch "Wilhelm der Bastard" genannt, die Bühne der Geschichte betritt. Direkt nach seinem Amtsantritt lehnten sich die normannischen Barone gegen Ihn auf. Mit Unterstützung von Heinrich I von Frankreich gelang es Wilhelm 1047 in der Schlacht von Val-es-Dunes die Aufständischen zu besiegen und somit die inneren Konflikte zu bereinigen.

Während eines Besuchs 1052 in England versprach der kinderlose König Edward der Bekenner Wilhelm den Thron von England. Als im Jahre 1066 der König verstarb beanspruchte er den Thron, jedoch wurde Harold vom Witenagemot (königlicher Rat) gekrönt. Daraufhin holte sich die Erlaubnis vom Papst Alexanders II England anzugreifen.

Am 14. Oktober 1066 besiegt Wilhelm den König Harold Godwinson bei der Schlacht von Hastings und wird am Weihnachtstag 1066 in der Westminster Abbey gekrönt.

Eroberung Süditaliens unter Robert Guiskard Zum Seitenbeginn
Die Eroberung Englands stellt den Höhepunkt der Macht der Normannen dar. Doch es sollte nicht die einzige normannische Eroberung bleiben. Auch Sizilien wurde von den Normannen erobert. Federführend hierfür ist Robert Guiskard, auch Robert der Schlaue genannt ( »... sein Name war Guiskard, weil er an Verschlagenheit Cicero und auch Odysseus überlegen war.« ). Robert war der 6. Sohn des Tankred von Hauteville, einem Angehörigen des niederern Adels aus der westlichen Normandie. In der Anfangszeit verdingte sich Robert als Söldner, bis es ihm gelang die Burg Scribla in Nordkalabrien als Lehen zu erhalten.

Im Jahre 1053 schickte sich der Papst Leo IX an gegen die "ungläubigen" Normannen vorzugehen. Trotz seiner Übermacht wurde er am 18. Juni bei der Schlacht von Civitate geschlagen und wurde für 9 Monate arretiert. Als Folge daraus fielen Robert die Bischofstätte Bisignano und Cosenza durch Belagerung zu. Im Jahre 1057 starb Roberts älterer Bruder Graf Humfred. Trotz der Rivalität beider, wurde Robert sein Nachfolger.

Die Dynastie Haunteville war somit so weit etabliert, dass kein normannischer Graf seinem Herrschaftsanspruch widersprach. Hierauf folgte die Eroberung Kalabriens. Im Jahre 1059 erfolgt eine Wende in der Linie des Papstes. Er strebt ein Bündnis mit den Normannen an. In der Synode von Melfi bestätigt der Papst die Gebietsansprüche der normannischen Fürsten Richard von Capua und Robert Guiskard. Zusätzlich macht er Sie zu seinen Lehnsleuten. Robert wurde in den Stand des Herzogs von Apulien, Kalabrien und des zukünftigen Siziliens erhoben. Robert hatte eine jährliche Abgabe zu zahlen und trug fortan das Banner des Papstes.
Die Eroberung Sizilens beginnt im Jahre 1060 mit der Belagerung von Reggio und endet im Jahre 1072 mit der Eroberung Palermos.

Outremer – Normannen im ersten Kreuzzug Zum Seitenbeginn
Als der Papst Urban II im Jahre 1095 im Konzil zur Clermont mit den Worten » Deus lo vult « zum Kreuzzug aufruft, folgen die italienischen Normannen nur zögernd. Erst durch das Beispiel der französischen Ritter folgten Sie dem Aufruf des Papstes. Unter der Führung Ihres Herzoges Bohemund von Tarent ziehen Sie in Richtung Konstantinopel. Dort schwören Bohemund und Robert II von der Normandie im April 1097 dem byzantinischen Kaiser Alexios I Komnenos den Lehenseid, der die Kreuzfahrer verpflichtet alle eroberten Gebiete zurück zu geben.

Am 21. Oktober 1097 erreicht das Kreuzfahrerheer die Stadt Antiochia. Sie beginnen mit der Belagerung die nur durch Verrat eines Wachturmkommandanten namens Firuz, der im Bunde mit Bohemund steht, am 03. Juni 1098 beendet werden kann. Doch nun stehen die Kreuzfahrer einem türkischen Entsatzheer entgegen, die ihrerseits die Stadt belagern. Vom Fund der » Heiligen Lanze « und einem fünf Tage andauernden Fasten angespornt bereitet sich das Heer zur Schlacht vor. Ihr Kommandant Raymond von Toulouse lag krank im Bett, so dass Bohemund das Heer befehligen musste. Er teilte Sie in sechs Haufen, durch Bischof Adhemar angesport, der die heilige Lanze trug.

Nach der Gesta Francorum: » Als sich alle unsere Männer außerhalb der Stadt befanden ... riefen wir den wahren und lebendigen Gott an und griffen an ... und mit Gottes Hilfe schlugen wir sie. Die Türken rannten in Schrecken davon und wir verfolgten sie, mehr auf die Jagd als auf die Beute erpicht. «

Bohemund, der Antiochia de facto eingenommen hatte, weigerte sich, im Gegensatz zum Lehnseid, sie aus der Hand zu geben. Die Grafschaft Antiochia mit Ihrem Regenten Bohemund war gegründet.

Das Heer zieht am 13. Januar 1099 nach Jerusalem weiter und erobert die Stadt am 15. Juli, nach nur fünfwöchiger Belagerungszeit.