Ich beginne meinen Bericht zum Zeltbau mit der Einführung, dass wir Neulinge sind und nicht unser ganzes Geld in dieses Hobby stecken wollten. Wir stellen normannische Händler dar und brauchten dafür ein passendes Zelt. Ein Ritterzelt bietet zwar viel Platz, kam aber für uns zwecks des Standes nicht in Frage. Wir entschieden uns für ein Kegelzelt, da es wenig Platz braucht und schnell aufgebaut ist. Ein authentisches Kegelzelt ohne Plastikrand und Ösen kostet ca. 500 € plus Versand.
Mir blieb also nur die Alternative unser Dach über dem Kopf selber zu nähen. Ich habe im Internetgünstigen Tipi- Zeltstoff gefunden, welcher meinen Preisvorstellungen entsprach. Der Stoff ist mit 1,6m Breite angegeben, ist aber 1,8m breit.
Ich begann damit die einzelnen Bahnen zu zuschneiden, siehe Abbildung 1 und 2. 16 Dreiecke aus 3,5m Länge und 1,8m ( 0,9 m ) Breite und 2 Dreiecke aus 3,5m Breite, 0,9m Länge. Der Rest des Stoffes ist für Schlaufen und Tragesack.
Die kompletten 18 Bahnen wurden von mir zugeschnitten, einzeln gezackelt und gewaschen. Dafür habe ich einfaches Garn genommen und nicht das Spezialgarn. Da der Stoff einläuft, musste er vorgewaschen werden. Anschließend in den Trockner, da mein Platz zum aufhängen begrenzt ist, danach so halbwegs glatt gebügelt.
Bei mir lief 2 Tage Waschmaschine und Trockner von früh bis abends. Ich habe die Dreiecke Anschließend zusammen genäht, einmal von links und zweimal von außen nochmals als Kappnaht. Den 4 Dreiecken 1,6m breit habe ich eine zusätzliche Mittelnaht verpasst, da im Mittelalter die Stoffe nicht breiter als 0,8m hergestellt werden konnten.
Mein Zelt sollte ja aus gleich breiten Dreiecken bestehen!!!
Solltet Ihr das Zelt nacharbeiten wollen, müsst Ihr aufpassen, dass die letzten beiden Dreiecke zusammen kommen, sonst passt es nicht, sie sind ja anders zu geschnitten.
Weil man die Stoffmassen beim Nähen auf der linken Seite hat, ist es mit einer einfachen Haushaltsnähmaschine kein Problem. Zum Schluss den entstandenen ca. Halbkreis 30 cm von oben die Außendreiecke zu nähen, die Spitze ca. 4 cm abschneiden und gut über nähen, fertig ist die Zelthaut! Anschließend unten Schlaufen zum Spannen annähen, am Besten auf die Nähte, die halten den Zug aus.
Unser Zelt habe ich mit einfachen selbst gemachten Holzknöpfen am Eingang versehen, damit ich es schließen kann. Die Bahnen überlappen ein wenig, ich möchte ja nicht, dass es reinregnet.
Der Mittelmasten ist Geschmackssache. Wir haben einen Vierkantbalken 2,5m Höhe und 7cm Breite, mit einer kurzen Einschlaghülse ( kann man ja verdecken ), damit eine Person das Zelt auch alleine aufstellen kann. Der Vierkantbalken hat den Vorteil, dass man Haken für Laterne und Sachen anbringen kann. Oben auf dem Balken ist ein kegelförmiger Holzmöbelfuß geschraubt, welcher durch die obere Öffnung der Zelthaut gesteckt wird. Darauf kommt mit Schraubgewinde eine Holzkugel. Möbelfuß und Holzkugel bekommt man in einem gut, sortiertem Antikhandel.
Nun ist das Kegelzelt fertig, Aufstellmaße ca. 2,5m Höhe und 4,5m Breite. Die genauen Maße und Bilder werden nachgeliefert, sobald es uns die Wetterlage erlabt unser Zelt das erste Mal aufzubauen.